
Alpine A110 im Test: Ist der französische Mittelmotor-Sportwagen so gut wie auf dem Papier?
Ob die Renault Alpine A110 nicht perfekt in unsere Sportwagenflotte passen könnte? Die Frage stellte uns der Hersteller angesichts der vielen Porsche-Modelle in unserem Fuhrpark. Dass das keineswegs ein Scherz war, merkt man spätestens nach einem Blick auf die technischen Daten der nur 1.114 Kilo leichten Sportwagenflunder aus Frankreich.
Falls ihr ebenso neugierig auf die Alpine A110 seid wie wir, müsst ihr euch nicht mit unserem Testbericht oder unserem Youtube-Video zufrieden geben. Den französischen Exoten findet ihr mittlerweile auch in unserem Fuhrpark – die Alpine A110 mietet ihr bei uns ganz einfach und unkompliziert online… egal ob nur fürs Wochenende oder für längere Ausflüge.
Inhalt
Renault Alpine A110 mit einzigartiger Optik
Das Aussehen der Alpine ist wirklich besonders. Leider ähneln sich Modelle deutscher Hersteller im Jahr 2020 immer mehr. Design-Teams investieren in jahrelange Entwicklungen, um möglichst homogene Fahrzeuge zu gestalten. Die französischen Spezialisten hingegen haben sich die originale Alpine (produziert von 1961 bis 1977) zum Vorbild genommen und das Design gekonnt in die Moderne übertragen.
Natürlich kann das Ergebnis jeder nur für sich selbst bewerten. Wir müssen aber sagen, dass wir selten so viele bewundernde Blicke und positives Feedback erhalten haben wie unterwegs in der Alpine. Die vier Frontscheinwerfer, die schmale Karosserie und die geringe Höhe mit der kleinen Fahrerkabine, ähnlich einem Jagdflugzeug, begeistern uns – und die umstehenden Passanten. Manchmal wurden wir sogar gefragt, ob es den Wagen auch als Cabrio gibt. Leider ist das nicht der Fall.

Renault Alpine in ihrer Lieblingsdisziplin: Die Querdynamik
Steigt man in den kleinen Flitzer ein, wird schnell klar, wofür das Auto gebaut ist. Am Lenkrad springen einem die überlangen, feststehenden Schaltwippen des 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebes ins Auge. Der Hintern findet Platz auf Sabelt-Sportsitzen, die mit tollem Seitenhalt für klare Verhältnisse sorgen: In der A110 sollt ihr Spaß beim Fahren haben!
Trotzdem sind sowohl das Einsteigen (dank der tiefen Türeinstiegsleisten) als auch das normale Fahren im Komfort-Modus entspannt. Doch wir haben der Alpine direkt die Sporen gegeben und sind über enge Landstraßen mit scharfen Kurven gejagt.
Sofort jubelt das Sportwagenfahrer-Herz: Es ist doch so einfach! Alles, was man braucht, ist ein Auto mit geringem Gewicht. In jeder Kurve spürt man, wie spielend leicht man einen noch engeren Radius nehmen kann, weil kein unnötiges Gewicht nach außen drängt. Ungläubig fährt man die Kurven immer schneller und enger.
Der quereingebaute 1,8-Liter-Mittelmotor spielt dabei eine entscheidende Rolle. Er vereint das Gewicht mit dem Fahrer auf kleinstem Raum und verhindert sowohl Unter- als auch Übersteuern. Der Heckantrieb sorgt am Kurvenausgang für ein sanftes Tänzeln des Hecks, das man – je nach Geschmack – bis zum Drift ausreizen kann.
Trotz allem spürten wir ein leichtes Wanken bei schnellen Lastwechseln. Dieses könnte zukünftig verbessert werden, um das ohnehin großartige Kurvenerlebnis noch weiter zu steigern. Die Lenkung reagiert direkt auf jede Bewegung, verliert jedoch etwas an Präzision. Hier merkt man einen kleinen Unterschied zu Porsche. Dennoch bietet die Alpine einen grandiosen Querdynamik-Spaßfaktor!

Renault Alpine technische Daten & Längsdynamik – was geht mit 252 PS?
Die Alpine wird von einem 4-Zylinder, quer eingebauten 1,8-Liter-Turbomotor mit 252 PS und 320 Nm Drehmoment angetrieben. Diese Leistung mag im Vergleich zu anderen Einsteiger-Sportwagen moderat klingen, wird aber dank der zu 96 % aus Aluminium gefertigten Karosserie deutlich aufgewertet.
Laut Werk schafft der Flitzer den Sprint von 0 auf 100 km/h in 4,5 Sekunden. Wir haben mit unserer GPS-Box 4,95 Sekunden gemessen. Auch bei 100-200 km/h konnte die Alpine mit 12,5 Sekunden überzeugen. Besonders beeindruckend ist, dass die Beschleunigung auch jenseits der 180 km/h stark bleibt – erst bei 250 km/h wird elektronisch abgeregelt.
Das 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe arbeitet wie gewohnt zuverlässig und passt perfekt zum Fahrzeug. Dennoch könnten wir uns in diesem Fall auch gut ein manuelles Schaltgetriebe vorstellen.

Fazit – Passt die Renault Alpine A110 zu unserer Autovermietung?
Ja, definitiv! Die Alpine muss sich nicht vor dem Porsche Cayman und Co verstecken. Ganz im Gegenteil: Sie bietet eine hervorragende Alternative. Sie ist besonders, selten auf der Straße zu sehen und hebt sich durch ihr Design ab.
Ob der Wagen jedoch oft gemietet wird, bleibt abzuwarten. Vielleicht ist er schlichtweg zu unbekannt. Wir freuen uns auf euer Feedback, wenn ihr einen Sportwagen mieten möchtet!
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